Stichheiler im Test: Ratgeber und Empfehlungen (2022)

Geocaching, Camping, Bushcrafting oder einfach Wandern, alles Dinge, die man Draußen tut und bei denen man viel Erleben kann. Es gibt so viele tolle Hobbys, denen man Outdoor nachgehen kann, aber es gibt eine Sache, eine Sache, die einem echt die Laune verderben kann, Mücken.

Das schlimme ist, es gibt ja nicht nur Mücken, denn in den Sommermonaten sind massenhaft Insekten aller Arten unterwegs und viele können stechen oder beißen. Meist sind diese Stiche oder Bisse nur nervig, manche sind aber auch wirklich schmerzhaft und dann heißt es schnell handeln.

Stichheiler sind perfekt, um schnell auf ungewollte Stiche zu reagieren und so die Folgen wie Schwellungen, Schmerzen und Juckreiz zu mindern oder sogar ganz zu verhindern.

In diesem Artikel findest du die besten Stichheiler, Testsieger und Tipps zur Auswahl, denn es gibt erhebliche Unterschiede.

Die besten Stichheiler

Die Auswahl an Stichheilern ist riesig und um es nicht zu kompliziert zu machen habe ich mich auf meine Favoriten bzw. mehrfache Testsieger beschränkt.

Bite Away Stichheiler

Der Bite Away Stichheiler ist das vielleicht bekannteste Produkt unter den Stichheilern. Mit einer Temperatur von 51 °C bekämpft er Juckreiz und Schwellungen durch Insektenstiche. Das Gerät unterstützt eine Temperatur aber zwei Modi bei der du zwischen 3 und 5 Sekunden Wärmedauer wählen kannst.

Beurer BR 60 Insektenstichheiler

Der Beurer BR 60 Insektenstichheiler setzt ebenfalls auf Wärme, um die Symptome der Stiche und Bisse zu lindern. Allerdings hat der BR 60 einen speziellen Modus für Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut.

NCM T177 Eco-Click

Einer der wenigen elektrischen Stichheiler die es im Handel zu bekommen gibt ist der NCM T177 Eco-Click. Wie bei allen Geräten dieser Art muss man mehrfach Clicken, um die volle Wirkung gegen Stiche zu bekommen. Der NCM T177 Eco-Click hält trotzdem lange, denn es stehen 25.000 Anwendungen zur Verfügung.

ASPIVENIN Insektengiftentferner

Während ein thermischer Stichheiler immer mit ausreichend gefüllten Batterien bestückt sein muss und ein Elektrische irgendwann leer ist bietet ein mechanischer Stichheiler wie der ASPIVENIN Insektengiftentferner den Vorteil völlig autark, immer zu funktionieren.

Wie funktioniert ein Stichheiler?

Für die meisten Menschen sind Stiche von Mücken, Bienen, Hornissen, Bremsen und andere Insekten nicht gefährlich. Juckreiz, Entzündungen und Schwellungen können einem das Leben trotzdem schwer machen.

Bei den meisten Stichen läuft es im Grunde recht ähnlich ab. Das Insekt sticht zu, aus welchem Grund auch immer und während des Stiches wird ein Sekret abgesondert, das in der Folge von Symptomen begleitet wird, die von unserer Immunabwehr ausgelöst werden.

Im Grunde ist es mit einer allergischen Reaktion zu vergleichen. Der Körper schüttet das Hormon Histamin aus und die umliegenden Blutgefäße schwellen nach dem Stich an. So reizen sie das umliegende Gewebe und die in der Nähe befindlichen Nerven. Das Endergebnis ist die Schwellung und auch der Juckreiz.

Genau an dieser Stelle kommen die Stichheiler zum Einsatz und sie arbeiten mit verschiedenen Methoden, um die Schwellung und den Juckreiz zu mindern.

Mechanische Stichheiler saugen das Sekret aus der Einstichstelle. Ein elektrischer Impuls minimiert die Histamin-Freisetzung bei einem elektrischen Stichheiler und ein thermischer Stichheiler zersetzt mithilfe von Wärme das Protein des Insekts, das in die Stichstelle gelangt ist. Das Ziel ist dabei immer dasselbe, die Schwellung soll gemindert werden und der Juckreiz auf ein erträgliches Maß gemindert werden.

Welche Stichheiler gibt es?

Die drei verschiedenen Stichheiler-Arten habe ich ja gerade schon kurz erwähnt, aber wir wollen sie uns auch nochmal im Detail anschauen.

Mechanische Stichheiler

Mechanische Stichheiler sind die einfachste Variante unter den Stichheilern. Sie sehen ein bisschen wie eine Art Spritze aus und haben meist einen oder mehrere Aufsätze, die je nach Stich genutzt werden können.

Die Funktion ist einfach, du setzt einfach den passenden Aufsatz auf die Kanüle. Dann platzierst du den Aufsatz über dem Stich und ziehst den Kolben nach oben. Der so entstehende Unterdruck saugt das Gift oder Sekret aus dem Stichkanal.

Diese Methode wirkt nicht nur bei Mücken und Bienen, sondern kann auch bei Skorpionen, Schlangen oder Pflanzengiften angewendet werden. Im Falle der letzten drei Szenarien solltest du dich trotzdem, um einen Arzt bemühen, denn den kann der Stichheiler nicht ersetzen.
Mechanische Stichheiler sind zwar nicht so effektiv wie die beiden anderen Varianten, dafür sind sie aber immer einsatzbereit und nicht auf Batterien angewiesen.

Thermische Stichheiler

Hitze wirkt wahre Wunder gegen Insektenstiche aller Art. Das was unserem Körper so zusetzt und Schwellungen und Juckreiz verursacht sind meistens Proteine und die kann man mit Hitze denaturieren.

Stell dir einfach mal ein Ei vor, das du in der Pfanne zu Spiegel- oder Rührei verarbeitest. Das Prinzip ist exakt dasselbe, mit dem feinen Unterschied, dass durch das Gerinnen der Proteine das Sekret der Insekten seine reaktive Wirkung verliert.

Die meisten thermischen Stichheiler werden auf dem Stich platziert und dann per Knopfdruck erhitzt. Die erforderliche Temperatur liegt zwischen 50 und 60 °C. Der am besten noch frische Stich sollte dieser Temperatur für etwa 10 Sekunden ausgesetzt werden.

Die entstehende Hitze kann als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden werden. Vorsicht also bei Kindern und Menschen mit empfindlicher Haut.

Elektrische Stichheiler

Elektrische Stichheiler werden ebenfalls direkt auf den Stich gesetzt, wo sie auf Knopfdruck einen elektrischen Impuls erzeugen. Der Impuls zerstört die Eiweiße im Gift des Insektenstichs und verhindert die Freisetzung von Histamin.

Um die Proteine im Gift der Insekten wirklich zu denaturieren reicht bei den meisten Geräten ein einzelner elektrischer Impuls nicht aus. Es muss mehrfach gedrückt werden und das geht jedes Mal mit einem leichten Zwicken einher. Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut können die Mehrfachanwendung als unangenehm empfinden.

Vorteile und Nachteile von Stichheilern

Stichheiler sind mindestens genauso beliebt, wie Mücken unbeliebt sind und sie haben viele Vorteile, die für eine Behandlung von Insektenstichen mit solch einem sprechen. So behandeln sie nervige Stiche ganz ohne den Einsatz von Chemie und lindern die Beschwerden quasi sofort. Sie sind einfach zu bedienen und die Behandlungsdauer ist sehr kurz.

Stichheiler haben aber auch ein paar Nachteile, so sind sie z.B. nicht besonders gut für Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut geeignet. Außerdem ist Nachhaltigkeit heute wichtiger denn je und thermische Stichheiler benötigen z.B. Batterien. Elektrische Stichheiler sind auch nicht nachhaltiger, den zum einen muss man sie mehrfach betätigen und sie sind auf eine bestimmte Anzahl Nutzungen limitiert. Ist die vorgegebene Anzahl an Clicks aufgebraucht, muss das ganze Gerät entsorgt werden.

Individuelles Schmerzempfinden beachten

Unsere Haut schützt uns vor äußeren Einflüssen und Verletzungen. Unsere Haut empfindet aber auch Schmerzen, denn sie ist von sensiblen Nervenenden durchzogen. Unser Schmerzempfinden ist sehr individuell und manche Menschen empfinden Dinge schmerzhafter als andere Menschen.
Deswegen gilt bei Stichheilern unbedingt, es langsam anzugehen und auf seinen Körper zu hören.

Bei elektrischen und thermischen Stichheilern können der elektrische Impuls oder die Hitze einen Schmerzreiz auslösen. Die Anwendung von mechanischen Stichheilern ist nahezu schmerzfrei. Neigst du dazu eher empfindlich zu reagieren, dann achte auf Geräte mit einer zusätzlichen Einstellung für empfindliche Haut. Dieser Modus sollte auch bei Kindern gewählt werden.

Wenn du unsicher bist, ob die Behandlung mit einem Stichheiler vielleicht zu viel ist, dann mach den ersten Versuch an einer eher unempfindlichen Stelle. Die Oberseite der Unterarme oder die Oberarme einen sich hier sehr gut.

Wenn Stichheiler, egal wie, nichts für dich sind gibt es auch noch ein paar gute Alternativen, aber dazu kommen wir gleich.

Stichheiler schützen nicht vor allergischen Reaktionen

Dass es Menschen gibt, die gegen Bienenstiche allergisch sind, das hat sicher jeder schon mal gehört. Genau so kann man auch auf andere Insektenstiche oder Bissen eine starke allergische Reaktion oder sogar einen anaphylaktischen Schock erleben.

Ich will es mal so sagen, wenn ich nach einer bestimmten Art Insektenstich, mit einer heftigen allergischen Reaktion rechnen müsste, dann würde ich mich nicht darauf verlassen, dass ein Stichheiler mir helfen kann.

Besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schock, dann hilft nur ein echter Mediziner oder spezielle Medikamente.

Pflegehinweise für Insektenstiche

Sollten sich nach einem Stich neben den normalen körperlichen Symptomen wie ein leichtes Brennen, jucken oder eine leichte Schwellung stärkere Symptome, Atemnot, Fieber und anderen starken Reaktionen entwickeln, dann solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.

Gegen die normalen körperlichen Reaktionen helfen zum einen die Stichheiler, es gibt aber noch mehr. Solltest du von einer Biene, Wespe oder Hornisse gestochen worden sein, ist es wichtig den Stachel zu entfernen, falls er stecken geblieben ist. Dann kannst du den Stich mit kaltem Wasser reinigen.

Die Schwellung kann bis zu drei Tage andauern. Du kannst also während des ganzen Zeitraumes Kühlpads oder kühlende Lotionen verwenden.

Alternativen zum Stichheiler

Neben den bekannten Hausmitteln wie Essigwasser, Zwiebel oder einfachem Kühlen gibt es noch ein anderes äußerst beliebtes Mittel gegen Insektenstiche und das sind Roll-Ons oder einfach eine Creme bzw. ein kühlendes Gel.

Ich finde, wenn man nicht genug Platz im Rucksack für ein Stichheiler hat, dann kann man ein kleines Roll-On gegen Insektenstiche, wie dieses hier von der vermutlich allen bekannten Marke Fenestil, immer irgendwo dazwischen stecken.

Natürlich muss man direkt nach dem Auftragen aufpassen, dass man das Gel nicht gleich wieder abwischt, aber sonst ist so ein Roller eine gute Option gegen lästige Stiche.

Fazit

Vor den Mücken und anderen Insekten kann man sich nicht schützen, aber man kann sich das Generve nach einem Stich ersparen, indem man einen Stichheiler einpackt.

Wenn du die Hitze, die thermische Stichheiler abgeben, gut aushalten kannst, dann sind sie die effektivsten Geräte gegen alle Arten von Stichen und Bissen. Aber auch mechanische und elektrische Stichheiler funktionieren gut gegen Juckreiz und Schwellungen.

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