Feuer im Wald machen? Was ist erlaubt, was nicht?

Wie ist das eigentlich mit dem Feuer im Wald, darf man das oder darf man das nicht?

Ohne dir jetzt die Stimmung vermiesen zu wollen, offenes Feuer ist in Deutschland im Grunde überall verboten. Es spielt dabei keine Rolle, ob du das Feuer im Wald, auf einer Lichtung, in einem Moor oder am Ufer eines Flusses entzünden willst.

Jetzt könntest du zwar versuchen Lücken im Gesetz zu finden und die jeweiligen Verordnungen der verschiedenen Bundesländer wälzen, das wird aber nichts bringen, Feuer ist und bleibt verboten.
Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es zwar nicht, das ändert aber nichts daran, dass jedes Bundesland für sich geregelt hat offenes Feuer im Wald zu verbieten.

Falls du jetzt denkst, dann geh ich halt aus dem Wald, um mein Feuer zu machen. Auch das ist nicht erlaubt.

Sobald du den Wald verlässt, befindest du dich entweder auf Gemeinde- oder Privatbesitz und dort darfst du auch nicht einfach Feuer machen. Es gibt in Deutschland leider kein Flecken, der nicht irgendjemandem gehört. Du wirst also keine Lücke finden können.

Was bedeutet offenes Feuer?

Wenn offenes Feuer überall per se verboten ist, dann lässt sich doch sicher ein Schlupfloch bei der Definition von offenem Feuer finden, oder?

Das ist zwar nicht die schlechteste Idee, denn eine einheitliche Definition gibt es tatsächlich nicht. Es wird aber jede Flamme außerhalb eines geschlossenen Brennraumes als offenes Feuer betrachtet.

Das bedeutet, dass schon mal jede Art von Lager- oder Grillfeuer als offenes Feuer gilt. Selbst wenn du das Feuer mit Steinen ablegst, eine Mulde gräbst oder andere Sicherheitsmaßnahmen ergreifst, ein Lagerfeuer bleibt eine offene Flamme und damit verboten.

Damit oder noch nicht genug, denn alle Arten von Gas- und Benzinkochern fallen ebenfalls in die Kategorie offene Flamme. Selbst Kerzen, Streichhölzer oder Laternen gelten als offene Flamme und sind verboten.

Komischerweise sind die Hauptverursacher von Waldbränden die Zigaretten nicht grundsätzlich verboten, da sie ja nur glimmen und nicht offen brennen. Ich persönlich finde diese Regelung einen Witz, denn immerhin sorgen unachtsam weggeworfene Zigaretten immer wieder für Brände.

Außerdem dürfte man eine Kippe im Wald gar nicht anzünden, denn ein Feuerzeug ist eine offene Flamme.

Hinweis: Nur falls du es nicht wusstest in der Zeit vom 01. März bis 31. Oktober ist das Rauchen im Wald in den meisten Ländern tatsächlich verboten. Nimm dir also ruhig die Zeit, jemanden der sich nicht an das Verbot hält anzusprechen.

Und was ist mit Hobo Kochern?

Es wird immer mal wieder behauptet, dass Hobo Kocher die Ausnahme wären und das Feuer machen mit diesen kleinen mobilen Kochstellen erlaubt sei. Leider stimmt auch das nicht, denn auch Hobo Kocher sind verboten.

Der Irrtum entsteht, weil findige Leute immer mal wieder der Meinung sind, dass eine Flamme nicht als offene Flamme gilt, wenn sie in einer Brennkammer ist. Das ist so weit auch richtig und eine Hobo hat auch einen geschlossenen Brennraum aber du kannst die Flamme sehen und sobald du die Flamme sehen kannst gilt sie als offenes Feuer.

Außerdem kommt es immer wieder vor, dass Bushcrafter mit einem brennenden Hobo im Wald erwischt werden, daraus aber nicht mehr als ein interessiertes Gespräch und ein mündlicher Hinweis auf das Feuer aufzupassen resultieren. Das bedeutet aber nicht, dass es erlaubt ist, lass dich da nicht täuschen.

Was, wenn ich doch Feuer im Wald mache?

Viele Leute gerade auch Bushcrafter sehen das Ganze mit dem Feuer ein wenig zu lockern und vermitteln damit ein falsches Bild. Tief im Wald, wo es kein Mensch mitbekommt ist das doch auch kein Problem.

Gerade Bushcrafter sind ja daran interessiert die Natur zu erhalten, allerdings ist Feuer auch ein essenziell wichtiger Teil ihres Trainings und so kommt es, dass man immer mal wieder Bushcrafter antrifft die sich bewusst über die Gesetze hinwegsetzen.

Zwar werden die meisten Bushcrafter besser als jeder andere wissen, wie man ein Feuer sicher betreibt und auch ordentlich löscht, das ändert aber die Gesetzeslage nicht.

Genau so gibt es auch genug Leute, die es einfach nicht besser wissen und denken, so ein kleines Feuerchen, was soll da schon passieren. Das ist dann die Kategorie Mensch, die es einfach nicht besser weiß.

Beides soll für dich keine Ausrede sein. Die Anderen machen hier ja auch Feuer ist, falls du erwischt wirst, oder es zu einem Brand kommt keine Ausrede.

Wenn du im Wald Feuer machst und du wirst erwischt, dann drohen dir empfindliche Strafen. Zwar gilt Feuer im Wald zu entzünden „nur“ als Ordnungswidrigkeit, die Strafen belaufen sich aber je nach Bundesland auf mehrere 10.000 Euro.

Solltest du tatsächlich für einen Waldbrand verantwortlich sein, weil du ein offenes Feuer im Wald betrieben hast, dann wird aus einer hohen Geldstrafe unter Umständen sogar eine Freiheitsstrafe.

Gibt es also keine Möglichkeit ein Feuer zu machen?

Der erste Teil des Artikels zeigt sehr deutlich wie strikt die Gesetze zum Thema Feuer im Wald sind.

Ich hab irgendwo mal einen schönen Spruch gesehen, der Inhaltlich ausgesagt hat, dass man aus einem Baum eine Million Streichhölzer machen kann und ein Streichholz eine Million Bäume vernichten kann.

Ich finde die strikten Gesetze wichtig, denn der Wald muss geschützt werden, allerdings gibt es auch Ausnahmen und die will ich natürlich nicht unerwähnt lassen. Bist du beispielsweise Waldbesitzer, arbeitest du für einen Waldbesitzer oder bist du zur Jagd berechtigt, dann darfst du im Wald ein Feuer entzünden. Da das für die meisten von uns aber nicht zutreffen wird brauchen wir eine andere Lösung.

Eine Genehmigung Feuer zu machen

Eine Genehmigung bekommst du bei dem für das Waldstück zuständigen Forstamt. Falls du nicht wirklich ein zuständiges Forstamt finden kannst, frag einfach bei der zuständigen Gemeinde nach, die werden dir sicher helfen können.

Zwar kann es dir passieren, dass du von dem jeweiligen Forstamt direkt ein Nein kassierst, aber dann hast du immerhin gefragt und die meisten Forstämter sind sogar sehr interessiert an dem, was du da im Wald vorhast (so zumindest meine Erfahrung).

Das Interesse an dem was du da vorhast bedeutet aber nicht automatisch, dass du auch eine Genehmigung bekommst. Im Normalfall musst du genau erklären, wer du bist und was du wo vorhast. Wenn du das alles eingereicht hast, dann musst du die Entscheidung des Forstamtes abwarten.

Damit du dir keine falschen Hoffnungen machst, so eine Genehmigung ist meist nur sehr wenig, oft sogar nur einen Tag gültig und gilt auch nur für eine bestimmte Fläche im Wald. Einen Freifahrtschein bekommst du so nicht.

Es gibt zwar auch Dauergenehmigungen aber die sind selten.

Es gibt auch so einige Plätze, da kannst du versuchen, was du willst, da wirst du keine Genehmigung bekommen. Dazu zählen:

  • Naturschutzgebiete
  • Nationalparks
  • Naturreservate
  • Öffentliche Plätze
  • Landwirtschaftlich genutzte Flächen
  • Jagdregionen
  • Nahe Straßen oder Häusern

Handelt es sich um einen Privatwald, dann kannst du den Besitzer des Waldes nach einer Erlaubnis fragen aber den zu ermitteln ist oft nicht so ganz einfach.

Feuerstellen und Grillplätze

Verzage nicht mein Freund, denn die Lage ist nicht hoffnungslos. Es gibt eine einfache und komplett erlaubte Möglichkeit ein Feuer im Wald zu machen, nämlich an offiziellen Feuerstellen und Grillplätzen.

Natürlich ist es dem Bushcraften nicht ganz angemessen an einer gemauerten Feuerstelle sein Essen zuzubereiten aber ich hab da echt kein Problem mit meinen Hobo in so eine Feuerstelle zu stellen und meine Skills dort zu nutzen.

Wenn man sich in der Region nicht auskennt, kann es schwierig sein solche Feuer- und Grillstellen zu finden. Einige sind in den Open Street Maps gekennzeichnet, viele aber leider auch nicht.

Helfen kann eine Suche in der von dir bevorzugten Suchmaschine. Such einfach nach der Region in Kombination mit Feuerstelle oder Grillplatz. Falls gar nichts zu finden ist, kannst du auch den örtlichen Tourismusverband anfragen.

Feuer auf Privatgelände

Der letzte Punkt, den ich nur noch kurz ansprechen will, ist das Feuer machen auf privatem Gelände. Immerhin kann es ja sein, dass du eine Erlaubnis bekommst oder sogar selbst über eine entsprechende Fläche verfügst.

Auch auf Privatgelände ist Feuer nicht grundsätzlich erlaubt. Viele halten sich nicht dran, gerade z.B. auch Leute die in Wohnsiedlungen ganzjährig Laub verbrennen verstoßen gegen das Gesetz, denn man darf mit seinem Feuer und das beinhaltet auch Rauch, Funken und Geruch niemanden belästigen.

Der Richtigkeit halber will ich erwähnen, dass es für das Verbrennen von Laub oft bestimmte Zeiträume gibt, in denen es tatsächlich erlaubt ist.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist die Nähe zum Wald, denn wenn das Grundstück an einen Wald grenzt muss ein mindest Abstand zum Wald von mindestens 100 Metern eingehalten werden. In einer Trockenperiode und bei erhöhtem Waldbrandrisiko ist es normalerweise generell verboten.

Was tatsächlich auf privatem Grund erlaubt ist und keiner Genehmigung bedarf, sind kleine Holzfeuer. Allerdings sollte das Feuer nicht in der Nähe von Gebäuden oder brennbaren Materialien entzündet werden und falls du ganz sicher bist, dann erfrage bei deiner Gemeinde, ob es Sonderregelungen gibt.

Achte immer darauf, dass das Feuer gelöscht wird, denn das Feier unbeaufsichtigt glimmen lassen ist verboten.

Sicherheitshinweise

Wenn du eine Feuerstelle gefunden hast, eine Genehmigung bekommen hast oder ein Feuer auf privatem Gelände machen willst, dann gibt es natürlich immer noch einige Dinge, die du unbedingt beachten solltest. Denn nur weil es erlaubt ist dort Feuer zu machen, bedeutet das nicht, dass du nicht achtsam sein solltest.

zu beachten sind die folgenden Dinge:

  • Höhe und Durchmesser eines Brennstoffhaufens sollten einen Meter nicht überschreiten
  • Zum Anzünden sind handelsübliche Anzünder zu verwenden
  • Kein Benzin oder Alkohol verwenden
  • Bleib immer bei dem Feuer
  • Funkenflug beobachten
  • Erstelle das Feuer in einer Grube oder auf Steinen (Feuerstelle, falls vorhanden)
  • Entferne loses Blätter und kleine Wurzeln von der Stelle und drum herum
  • Begrenze das Feuer durch Steine
  • Nutze trockenes Holz, damit keine starke Rauchentwicklung entsteht
  • Lass das Feuer nicht alleine ausbrennen, lösche es aktiv mit Wasser oder Sand
  • Ausreichend Wasser, Sand oder eine große Wolldecke griffbereit haben

Zum Ende bleibt mir jetzt eigentlich nur noch der obligatorische Hinweis, dass die Informationen dieses Beitrages lediglich Informationszwecken dienen und keine Rechtsberatung darstellen.

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