Welche Matratze für‘s Zelt: Isomatte oder Luftmatratze?

Im Zelt schlafen, das klingt super romantisch und naturverbunden. Ist es auch, wenn du die richtige Matratze in deinem Zelt verwendest.

Wenn du schon mal eine ganze Nacht auf einer Wurzel geschlafen hast oder nach jedem Mal drehen einen neuen Stein im Kreuz hattest, dann wirst du wissen, dass der morgen nach so einer Nacht alles andere als toll ist.

Zum Glück gibt es Outdoor-Matratzen für Zelte, die sich dank ihres oft sehr kompakten Packmaßes leicht in den Rucksack packen lassen und verhindern, dass du nach einer durchwachten Nacht mit Rückenschmerzen aufwachst.

Zur Auswahl stehen Isomatten, Luftmatratzen und schaumgefüllte, selbstaufblasende Isomatten.

Welche Variante, die beste für eine Nacht im Zelt ist, das wird dieser Artikel zeigen.

Isomatte, Luftmatratze oder was?

Ob du auf eine Isomatte oder eine Luftmatratze setzen willst, hängt von unterschiedlichen Faktoren und natürlich auch ein ganzes Stück weit von dir selbst ab. Alle drei Varianten haben ihre ganz eignen Vorteile und auch Nachteile.

Die Isomatte

Eine einfache Isomatte ohne allen Schnickschnack ist die vermutlich leichteste Lösung und sie nimmt nicht zwingend Platz im Rucksack mit, da sie auch einfach unter oder an den Rucksack gebunden werden kann.

Auf der Habenseite steht also auf jeden Fall das Gewicht.


Hier findest du empfehlenswerte Isomatten:


Ein weitere wichtiger Punkt ist die Zeit, denn während eine Luftmatratze erst aufgeblasen werden muss und eine selbstaufblasende Isomatte auch eine gewisse Zeit braucht bis sie sich vollgesogen hat, ist die einfache Isomatte sofort einsatzbereit. Hinlegen, drauflegen, fertig und kann auch schnell als Sitzunterlage genutzt werden.

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Punkt ist, dass Isomatten robust sind. Wenn da mal eine Ecke abfläddert ist das kein Problem, denn sie erfüllt trotzdem noch ihren Zweck.

Ein Nachteil ist ganz klar, der Komfort. Da muss man natürlich wissen, worauf man sich einlässt und falls du es nicht gewohnt bist so hart zu liegen, wird das Schlafen auf einer wenige Zentimeter dicken Isomatte echt gewöhnungsbedürftig.

Dafür schützt die Isomatte am besten gegen Kälte von Unten, denn sie isoliert besser als die beiden anderen Varianten und lässt sich sehr leicht doppelt legen, um einen noch höheren R-Wert zu erreichen. Allerdings muss man zum doppelt legen auch zwei Isomatten mitnehmen.

Die Luftmatratze

Wenn ich von Outdoor-Luftmatratzen rede, dann meine ich natürlich nicht diese riesigen nach Gummi stinkenden Dinger, die gefühlt jeder früher im Keller hatte.


Meine empfehlungen für Luftmatratzen sind diese beiden:


Moderne Matratzen für’s Zelt haben ein extrem kleines Packmaß und lassen sich leicht mit einer kleinen Luftpumpe oder der Atemluft befüllen. Zusätzlich zum geringen Platz sind diese Matratzen natürlich auch sehr leicht.

Sie sollten im Rucksack transportiert werden, damit sie nicht aus Versehen beschädigt werden. Einmal aufgeblasen haben sie den riesigen Vorteile Unebenheiten auszugleichen und sind damit um einiges bequemer als eine einfache Isomatte.

Dafür dauert es aber auch ein wenig, bis man sie mit dem Mund aufgepustet hat, falls man keinen zusätzlichen Platz im Rucksack für eine kleine Pumpe frei machen konnte oder wollte. Die Matte mal eben schnell als Sitzunterlage benutzen ist also nicht möglich.

Luftmatratzen haben allerdings zwei gewaltige Nachteile. Zum einen isolieren sie kaum gegen Kälte und nach viel wichtiger, wenn sie Luft verlieren, sind sie komplett nutzlos. Eine Luftmatratze, die nur noch halb gefüllt ist, ist noch unbequemer als direkt auf dem nassen Boden zu schlafen.

Die selbstaufblasende Isomatte

Hast du auch den Eindruck, dass weder die Isomatte noch die Luftmatratze so wirklich das richtige für dich ist? Geht mit genauso und deswegen setze ich auf selbstaufblasende Isomatten.


Das hier sind meine Empfehlungen für selbstaufblasende Isomatten:


Selbstaufblasende Isomatten verbinden das Beste der Isomatte mit dem besten der Luftmatratze. Sie sind mit einem speziellen Schaum gefüllt der, sobald du das Ventil öffnest, Luft ansaugt und auf viele winzig kleine Kammern verteilt. So bekommst du eine polsternde und bequeme Luftschicht zwischen zwei Isomatten, die dich super gegen Kälte vom Boden schützen.

Tipp: Ist der Boden schon wirklich kalt, hilft eine zusätzliche Isomatte, die du einfach als weitere Isolationsschicht benutzt.

Um die Luft wieder aus der Matte zu bekommen, rollst du sie kräftig zusammen und presst damit die Luft aus dem Schaum. Übrig bleibt eine zusammengerollte Matte die sich dank ihres geringen Packmaßes super im Rucksack oder in einer Schutzhülle am Rucksack befestigen lässt.

Was du nicht machen solltest, ist nachhelfen. Diese Matratzen brauchen ein paar Minuten bis sie sich vollständig gefüllt haben. Pusten würde diesen Prozess zwar beschleunigen, kann aber zu Kondenswasser und Schimmel in der Matte führen.

Der R-Wert

zelt kalter morgen

Der R-Wert wird dann wichtig, wenn die Nächte kühler werden, denn er beschreibt den Wärmedurchgangswiderstand des verwendeten Materials. Die isolierende Wirkung hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab, dem Material und der Dicke der Matte. Zusätzlich kann die Oberflächenstruktur einen Einfluss haben.

Grundsätzlich kannst du dir merken, je höher der R-Wert, desto besser isoliert die Matte und schützt dich vor Wärmeverlust im Schlafsack.

Hier kannst du dir R-Werte vergleichen:

  • 1 bis etwa + 7 °C
  • 2 bis etwa 2 °C
  • 3 bis etwa -5 °C
  • 4 bis etwa -11 °C
  • 5 bis etwa -17 °C
  • 6 bis etwa -24 °C

Als Winterfest gelten Isomatten ab einem R-Wert von 4. Dabei solltest du natürlich immer dein persönliches Empfinden mit einfließen lassen. Nach einem langen Tag auf den Beinen kann es gut sein, dass der Körper durch die Erschöpfung anders auf Temperaturen reagiert.

Rückenschmerzen vermeiden

Wenn du bereits unter Rückenschmerzen leidest, dann solltest du auf jeden Fall die Finger von einfachen, dünnen Isomatten lassen. Diese einfachen Isomatten entlasten den Rücken nicht und können in abschüssiger Lage oder wenn du uneben liegst alles nur noch schlimmer machen.

Luftmatratzen, die kaum isolieren und unter Umständen Luft verlieren sind auch keine Alternative. Sollte es nämlich wirklich so kommen und die Luftmatratze hängt durch bzw. liegst du an den Druckpunkten bereits auf der Erde, hilft das deinen Rückenschmerzen sicher nicht weiter.

Auch hier ist die beste Variante die selbstaufblasende Isomatte. Allerdings solltest du, wenn du bereits Probleme mit dem Rücken hast, auf eine ausreichend dicke selbstaufblasende Isomatte setzen. Mindesten 6 cm sollte sie im aufgeblasenen Zustand haben.

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